Beim Sekt auf Kaiser- und NS-Linie

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Am Wochenende findet in Saarbrücken wieder das Nauwieser Fest statt: Viele Menschen, viel Musik, viel Alkohol…! Im Rahmen der Vorbereitung für einen Stand, bei dem man u.a. Sekt gewinnen kann, erfuhr ich Interessantes zu einer-  über ein Jahrhundert alten – Steuer: der Schaumweinsteuer! Manche werden sie kennen, andere nicht. Ich habe jedenfalls noch nie etwas von dieser Steuer (auch bekannt als „Sektsteuer“) erfahren, was auch daran liegen kann, dass ich nicht in der DDR zur Schule gegangen bin, wo man über Entstehung und Geschichte nur zu gerne berichtete :) .

Eingeführt wurde die „Sektsteuer“ im Jahr 1902 von Kaiser Kaiser Wilhelm II.. Begründung: „bei einer so starken Steigerung der Ausgaben für die Wehrkraft des Landes auch der Schaumwein herangezogen werden muß“ (Quelle) Zu 2,50 Mark für eine Flasche Sekt kamen 50 Pfenning dazu. (Quelle) Von 1909 bis 1908 stieg der Zuschlag allmählich auf 3 Mark, wurde aber 1933 aufgrund der Wirtschaftskrise wieder eingestellt. Doch bereits 1939 wurde im Zuge des WK II wieder 1 RM erhoben und erreichte 1941 die Grenze von 3 RM, denn „jeder Volksgenosse [muss sich] die notwendigen Einschränkungen in der Lebensführung und Lebenshaltung auferlegen“ (Präambel zur Kriegswirtschaftsversorgung vom 4. September 1939).

Die Verordnung gilt heute noch und auch die Einnahmen aus der NS-Zeit gingen auf den Bund über. Momentan gehen 45% einer Flasche Sekt Herzog Alba (halbtrocken) in die Steuerkasse (Quelle). Im Jahr machen das für den Staat 450 Mio. Euro (Quelle). Also kein Wunder, dass für das Nauwieser Fest 10 km Autofahrt über die Grenze in Kauf genommen wird… :)

Solange diese Steuer also weiter in Kraft ist, müssen alle Sekttrinker in der ständigen Angst leben, aufgrund der miesen Ausrüstung der Bundeswehr (oder anderen BW-Kriegen) noch mehr drauflegen zu müssen… :) ! Unterm Strich war die Steuer aber weder für Wilhelm II, als auch für NS-Faschisten nicht sonderlich erfolgreich…! by the way: In allen Siegermächten und Befreiern des WK I  und II gabs die Steuer entweder noch nie, bzw. ist nicht mehr existent…

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JU Berlin und die Blowjobs

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Seit einigen Tagen wird insbesondere im Netz heftig über die Forderung der Jungen Union Berlin nach „eine[m] effektive[n] Pornografieverbot für Jugendliche im Internet“ (Quelle) diskutiert. (Ein Bericht von TAZ ist hier zu finden, ein Kommentar von netzpolitik.org befindet sich hier.)

Gestern Nacht tauchte im Internet dann ein vermeindliches Plakat der Jungen Union Berlin auf, was den Slogan „Schluss mit Blowjobs! Jetzt und für immer!!“ trägt (siehe Bild links). Tatsächlich ist aber eine starke Ähnlichkeit mit diesem Plakat („Wir lassen uns nicht den Mund verbieten!“) nicht von der Hand zu weisen, was die Schlussfolgerung zulässt, das hier jemand die Berliner Junge Union auf die Schippe nehmen möchte :) . Schaut man sich bspw. Diskussionen auf Facebook an, ist festzustellen, dass eine Vielzahl von Personen das Plakat tatsächlich für ein Original der JU Berlin hält (Quelle 1, 2), was bei der Aufmachung der Satire-Version nicht sonderlich verwunderlich ist und zum Verständnis des Plakats die Kenntnis des Inhaltst der JU-Forderung von Nöten ist…!

Weitere Satire auf Kosten der JU Berlin zieht im Internet aktuell ziemlich weite Kreise, sodass dieses Plakat wohl nicht das einzigste sein wird. Gerade andere JU-Plakate, wie dieses sind ja gerade eine Aufforderung zum Adbusting


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Hamburg: reich wählt, arm nicht. Warum?

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Hamburg hat entschieden: Die Schulreform ist gekippt! Letztendlich war das Ergebnis eindeutig: 56% der teilnehmenden Bürger/innen stimmten gegen die Reform (Quelle). Auffällig am Volksentscheid war jedoch (wieder einmal), dass die Bürger/innen, denen die Reform am meisten gebracht hätte verstärkt zuhause blieben und das Feld (genauer gesagt die Wahllokale) somit den ohnehin schon Privilegierten überlassen wurde. (Abgesehen vom ausländischen Teil der Bevölkerung , der ohnehin nicht wählen durfte.)

Nun stellt sich die Frage: Warum ist das so? Armin Schäfer vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung hat die Folgen sinkender Wahlbeteiligung auf die Demokratie erforscht und dabei festgestellt: Armut macht wahllos! So zeigen laut Schäfer Politikwissenschaftliche Studien, dass der Rückgang bei Wahlen nicht durch alle gesellschaftlichen Schichten geht. Vielmehr gibt es einen „engen Zusammenhang beispielsweise zwischen Bildung und Einkommen einerseits und der Wahlwahrscheinlichkeit andererseits.“ (Grafik: hier klicken) „In armen Stadtteilen liegt die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen bis zu 40 Prozentpunkte unter der in wohlhabenden Stadtteilen. Dort, wo sich soziale Probleme konzentrieren, sinkt die Bereitschaft zum politischen Engagement. Die Höhe der Wahlbeteiligung lässt sich demnach durchaus aus der sozialen Lage eines Viertels ableiten: Je ärmer ein Stadtteil, desto weniger Menschen wählen.“ Insbesondere bei einer niedrigen Wahlbeteiligung fallen diese Faktoren ins Gewicht: Volksentscheide haben insgesamt eine niedrige Wahlbeteiligung, in Hamburg waren es diesmal 39% (Quelle), was im Vergleich zu anderen Volksentscheiden noch recht hoch ist. Schäfer: „Eine niedrige ist immer eine sozial ungleiche Wahlbeteiligung“.

Zugleich weist er direkt auf die Gefahren einer solchen Entwicklung hin: „Wir müssen aufpassen, dass nicht Teile der Bevölkerung von der politischen Teilhabe abgekoppelt werden.“ Zudem werde durch die Unterschiede in der Wahlteilnahme das Prinzip der politischen Gleichheit gefährdet und somit auch unsere Demokratie:

  1. Die Kommunikation zwischen Wählern und Gewählten verzerrt, wenn sozial Schwache den Wahlurnen fernbleiben. Ihre Interessen drohen vernachlässigt zu werden, wenn sie für den Ausgang einer Wahl zunehmend irrelevant sind.
  2. Die Wahlbeteiligung beeinflusst die Wahlergebnisse und die Legitimationskraft von Wahlen schwindet, wenn nur eine Minderheit wählt.
Quelle der Zitate: hier klicken
weiterlesen: Je größer die Einkommensunterschiede, desto größer die sozialen Probleme einer Gesellschaft

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BKA will Netzsperren herbeitricksen

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In Spiegel-Netzwelt war am 15. Juli 2010 zu lesen, dass es dem BKA nicht gelinge, ausländische Provider zu einem schnellen Löschen bzw. Sperren von Kinderpornograpfie zu bewegen. Auf heise-online stand am selben Tag: „40 Prozent der Webangebote, die Bilder sexuellen Kindesmissbrauchs zeigen, sind (…) eine Woche nach einem Hinweis der deutschen Ermittler noch abrufbar.“ Aufgrund dieses Problems, fordert das BKA nun, „bis zur Löschung“ die Seiten zu sperren.

Klingt alles ziemlich ernüchternd. Schaut man jedoch genauer hin, fällt auf, dass die BKA-Daten aus einer Zeit stammen, in der die Zusammenarbeit mit den Providern noch wesentlich schlechter aussah. Tatsächlich ist es nämlich so, dass die BKA-Daten aus dem ersten Halbjahr 2010 stammen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weist in einem Interview mit spiegel-online jedoch daraufhin, dass „eine intensivierte Zusammenarbeit mit den USA als Hauptstandort der einschlägigen Server erst im Mai 2010 begonnen hat.“ Auf golem wirds noch genauer: Erst seit Mai informiert das BKA die dortige Cybertipline, eine halbstaatliche Hotline, bei der kinderpornografische Inhalte gemeldet werden können und die vom National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) getragen wird.

Leutheuser-Schnarrenberger hat also recht, wenn sie darauf verweist, dass solche Zahlen in keinster Weise „repräsentativ“ seien. Vielmehr ist zu erwarten, dass seit der zusätzlichen Zusammenarbeit mit Inhope (internationale Netzwerk der Providerhotlines) die Löscherfolge deutlich ansteigen werden.

Für mich sind zwei Sachen besonders erschreckend:

  1. das BKA will mit ziemlich hinterhältigen Methoden doch noch zum Sperren kommen
  2. zahlreiche Online-Zeitungen übernehmen die BKA-Daten, ohne auf die Idee zu kommen, diese einmal genauer unter die Lupe zu nehmen


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Quo vadis Freiheit? Die Verbotsmentalität…

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Julia Seeliger hat in ihrem Kommetar Auf eine Zigarette die Mentalität einiger Politiker sehr treffend auf den Punkt gebracht. Mittlerweile geht der Verbots-Wahnsinn so weit, dass man wirklich Angst haben muss, wohlverdiente Lebensqualität zu verlieren. Denn Lebensqualität bedeutet für mich z.B. auch, sich an einem sonnigen und warmen Sommerabend mit Freunden ein schönes Plätzchen in der Stadt zu suchen und gemeinsam ein Bier zu genießen. Saarbrücken blieb bisher noch verschont, doch in vielen deutschen Städten (Hamburg, Dresden,…) ist es mittlerweile grausige Realität, dass ein Trinkverbot auf der Straße verhängt wurde. Genauer gesagt, darf von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens kein Alkohol mehr auf der Straße genossen werden!

Begründet wird dieser Wahnsinn mit Vandalismus, Verschmutzung und einer Zunahme von Gewalt, insbesondere bei Jugendlichen. Doch erstens kann ein direkter Zusammenhang nicht nachgewiesen werden, da es vorher nie solche Verbote gab und auch andere Faktoren verantwortlich sein können. Gerade beim Punkt ‘Verschmutzung’ halte ich es für sehr fragwürdig, ist doch der meiste Dreck aus Plastik und (trinkwürdiges) Bier ist bekanntlich in Glasflaschen abgfüllt. Und auch wenn es tatsächlich einen Zusammehang geben sollte (beim Punkt ‘Vandalismus’ ist es nicht ganz so abwegig), löst man mit einem Trinkverbot im Freien wirklich gar nichts: Was ist denn mit all denjenigen, die sich stattdessen in einer Kneipe oder zuhause betrinken und später auf dem Nachhauseweg die Leute vermöbeln. Drittens, und das finde ich besonders unsäglich, schert man Millionen von Menschen über einen Haufen: Wer Bier trinkt, beginnt nicht automatisch eine Straftat. Wer Bier trinkt, haut nicht automatisch den nächstbesten Fahrkartenautomaten kaputt. Und wer Bier trinkt, lässt auch nicht automatisch beim Weggehen, seine Flasche liegen. Es handelt sich im Endeffekt also um einen ganz klaren Angriff/Eingriff auf zu schützende Persönlichkeits- und Freiheitsrechte. Wer in einer Apotheke eine Impfnadel kauft kann diese natürlich auch zum Heroinspritzen missbrauchen…trotzdem verbietet man nicht den Kauf der Nadel! Ich glaube ihr wisst was ich meine…!

Doch die Verbotsmentalität geht viel weiter; sie ist, so scheints mir, ein gesellschaftliches Problem…auch ein Generationenproblem. Auf der einen Seite die Alten, die immer gerne erzählen, wie sie früher mal besoffen waren und jetzt zum Rotweintrinken in ein Restaurant gehen und sich auf dem Weg zum Auto über die Jungen beschweren, die draußen trinken. So wird die Gesellschaft geteilt: nicht nur zwischen alt und jung, sondern auch in sozialer Sichtweise: Diejenigen, die sich es leisten können, in Restaurants und Gaststätten zu trinken, behalten weiter ihre Rechte. Doch die Menschen (z.B. Jugendliche), die nicht so viel Geld ausgeben wollen/können, bekommen Rechte entzogen!

Aus politischer Sicht, bedeutet diese Mentalität noch viel mehr: Der nächste Schritt sind Zonen. Dann beginnen die Argumentationen: „Unser Barock-Marktplatz ist so schön und wichtig für unser Stadtbild, da kommt es ganz schlecht daher, wenn dort Menschen unordentlich gekleidet sind..“! Oder auch die Umweltzone unterteilt die Menschen nach ihrem Geldbeutel: Natürlich ist klar, dass Abgase mit einem hohen Rußanteil die Häuser kaputt machen. Doch was ist mit denen, die sich einfach kein neues Auto leisten können? Die Liste ist lang…zu lang. Quo vadis Freiheit?


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Unternehmens-Vorbild: Waitrose

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Im Herbst letzten Jahres gelangte ich während eines England-Urlaubs in einen Supermarkt names Waitrose. Nicht nur, dass der Laden super aussieht und v.a. auch noch ziemlich hochwertige Produkte hat (großes Bio-Sortiment, einer der Läden mit der Ampel auf Produkten), fiel mit sofort die Kundenfreundlichkeit auf: Diese ist bei Waitrose wirklich außergewöhnlich. Heute bin ich via Google Earth nochmal auf einen solchen Laden gestoßen und habe mir das Konzept des Unternehmens mal genauer angeschaut und war wirklich erstaunt:

Waitrose gehört zur John Lewis Partnerschaft, einem worker cooperative Einzelhändler, was heißt, dass es demokratisch organisiert ist und den Angestellten große Mitbestimmung ermöglicht. Als Teil von John Lewis bekommen alle Waitrose-Beschäftigten den Titel „Partner“ vergeben und sind so Teilhaber des Unternehmens. Sie erhalten also bestimmte Leistungen, insbesondere einen Partnerschaftsbonus von normalerweise ungefähr 10-20% des Gewinnes ihres Partners Waitrose; ausgezahlt jedes Jahr im März (die höchtse Bonusvergütung der letzten Jahre betrug 22%, 2010 waren es 15%). Nebenbei bekommen die Angestellten nach drei Monaten Partnerschaft eine Karte, mit der sie 15% Rabatt auf Waitrose- und 25% Preisnachlass auf Produkte in den John Lewis Department Stores bekommen. (Quelle)

Eine weitere Besonderheit von Waitrose ist das Retail Management Training (RMT). Hierbei handelt es sich um eine Ausbildung für Schulabgänger/innen, die die Möglichkeit bekommen, innerhalb von zwei Jahren ein section manager und weitergehend drei Jahre später ein department manager zu werden. (Quelle)

Ich halte das Konzept, neben dem normalen Gehalt auch Teilhaber des Unternehmens zu sein, und somit auch an den Gewinnen beteilgt zu werden, für sehr fortschrittlich und vorbildhaft…nicht nur für Supermärkte. Im Fall Waitrose besitzen die Angestellten ein großes Mitspracherecht und sind somit Teil eines Teams, was zusammen Erfolg hat und auch zusammen Gewinne teilt. Ganz abgesehen von der enormen Kundenfreundlichkeit, die man als Einkäufer genießen darf: 2009 wurde Waitrose nicht nur als UK’s favourite supermarket (Verdict Research) ausgezeichnet, sondern wurde zugleich UK’s top food retailer for customer service

Website: www.waitrose.com

Twitter: www.twitter.com/WaitroseUK

weiterlesen: What is a worker co-operative?


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Volkszählung 2011: Was wird gemacht und was bedeutet das für uns?

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  1. Wo gibt es bei der jetztigen Volkszählung einen Konflikt mit dem GG?: Die Datensätze sind nicht vollständig anonymisiert. Das heißt, die Zuordnung der Daten ist durch eine Personenkennziffer möglich. Diese Ordnungsnummer wurde im Urteil des Bundesverfassungsger. im Jahr 1969 bereits als unzulässig erklärt. Dort steht: „es widerspricht der menschlichen Würde, den Menschen zum bloßen Objekt im Staat zu machen [...]. Mit der Menschenwürde wäre es nicht zu vereinbaren, wenn der Staat das Recht für sich in Anspruch nehmen könnte, den Menschen zwangsweise in seiner ganzen Persönlichkeit zu registrieren und zu katalogisieren, sei es auch in der Anonymität einer statistischen Erhebung, und ihn damit wie eine Sache zu behandeln, die einer Bestandsaufnahme in jeder Beziehung zugänglich ist.“ (Quell: BVerfGE 1969) Auch im Volkszählungsurteil von 1983 wird klar gesagt: „Freie Entfaltung der Persönlichkeit setzt unter den modernen Bedingungen der Datenverarbeitung den Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten voraus. Dieser Schutz ist daher von dem Grundrecht des Art 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art 1 Abs. 1 GG umfasst“ (Quelle) Zudem wird heftig kritisiert, dass gegen das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen wird. (Quelle)
  2. Warum findet eine Volkszählung überhaupt statt? Die BRD ist durch ihre Mitgliedschaft in der EU quasi zu einer Volkszählung verpflichtet; bereits 2006 wurde die Teilnahme durch CDU/CSU und SPD beschlossen. (Quelle) Die Zählung hat mehrere Aufgaben: Zum einen sind die bei der Volkszählung erfassten Daten relevant für den Finanzausgleich der BRD und der EU; gewisse Stimmen sagen, dass die Zahl der Gesamtbevölkerung in Deutschland derzeit mit fast 1,3 Mio. zu hoch angesetzt sein könnte (Quelle). Desweiteren sind die Daten relevant für staatliche und wissenschaftliche Analysen und können so z.B. bei der kommunalen Planung von Bedeutung sein. Volkszählungen beinhalten außerdem nicht nur Informationen über die aktuelle Situation, sondern geben auch den Wandel bspw. von Familien, Arbeitsformen usw. wieder und sind so relevant für demografische und volkswirtschaftliche Vorhersagen. Der Blogger Christian Heller ist außerdem der Meinung, dass die Informationen aus Volkszählungen, „ideologische Vereinfachungen wie ‘Volk’ und ‘Leitkultur’“ in Frage stellen. Kritiker hingegen sind der Meinung, dass die meisten für die Politik relevanten Daten (Steuereinnahmen, Sozialhilfeausgaben) bereits vorhanden sind.
  3. Datenschutz: Bei einer Volkszählung gilt die Auskunftspflicht. D.h. anders als in sozialen Netzwerken, können die Menschen nicht frei entscheiden, welche Daten sie freiwillig preisgeben. Desweiteren gibt es heftige Kritik an der Zusammenführung der Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Meldeämtern, Katasterämtern und der Bundesanstalt für Arbeit (u.a. Zweckentfremdung, Verletzung des Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung). Hinzu kommt, dass einige Personen (Stichproben) Fragebögen zur Religion und Migration ausfüllen müssen. Zur Anzahl der Stichproben gibt es unterschiedliche Angaben: Manche Quellen sprechen von knapp 30% der Bevölkerung, der Vorsitzende der “Zensuskommission“, Gert G. Wagner, spricht von etwa 10% der Bevölkerung (Quelle) Weitere Kritikpunkte sind, dass die Erhebung nicht anonym ist und Name & Anschrift genau wie die gesammelten Daten vier Jahre gespeichert werden. (Quelle) So kann ein zentral verfügbares Personenprofil von bestimmten Institutionen bspw. bei einer spektakulären Straftat oder einer Rasterfahndung benutzt werden.
  4. Psychologische Aspekte: Die Volkszählung in den 80′er Jahren hatte damals riesige Proteste zur Folge. Auch heute sehen viele Bürger/innen die Volkszählung als einen Eingriff in ihre Bürgerrechte und zweifeln am Datenschutz. In anderen Bereichen, in denen persönliche Daten in einem ähnlichen Maß erfasst werden, gibt es deutlich weniger Protest: „faktische Aufhebung des Bankgeheimnis, die zentrale Speicherung aller Entgeltdaten oder die Sammlung von Gesundheitsdaten durch Versicherungskonzerne“ (Manfred Güllner, Gründer des Forsa-Instituts in der TAZ vom 11./12. Juli 2010). Letztendlich bleibt zu sagen, dass die Volkszählung zu breiter Verunsicherung in der Bevölkerung führen wird…


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Spion-Austausch: neue Probleme für Obama

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Ich finde es unsäglich, wie in einigen Medien (nicht nur in der klassischen Boulevard-Presse) die letzten Tage über den Austausch russischer und amerikanischer Spione berichtet wurde. Lieber berichtete man über „sexy Nacktbilder“  einer Anna Chapmann, als auf die verheerenden Folgen sowohl für die USA als auch für Russland einzugehen.

Beide Regierungen werden sich einiges dabei gedacht haben, den Austausch der Spione so rasch über die Runden zu bringen. Der Vorfall wird deutlich mehr Probleme mit sich bringen, als es bisher scheint und die begonnene Annäherung sicherlich belasten. Fakt ist doch, dass die russischen Spione nicht von sonderlich großem Kaliber sind. Daher ist es doch umso auffälliger, dass die Enttarnung gerade jetzt stattfindet: Kurz bevor die weitreichenden Abrüstungsverträge durch den Kongress verabschiedet werden sollen. Dass Obama nun zwar Präsident ist, heißt noch lange nicht, dass in puncto Sicherheitspolitik alles nach seinem Willen läuft. Im Gegenteil: Gerade republikanische Kräfte versuchen seit Monaten Obama in Schwierigkeiten zu bringen und den Kalten Krieg wieder aufleben zu lassen. Es wird für Obama also schwer werden, gegen das Gebilde aus Intrigen und Feindseligkeiten anzukommen.

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Norman Paech: Bundesmarine gegen Israel

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Dass Norman Paech keinerlei Hemmungen hat, zusammen mit Antisemiten in den Kampf gegen Israel zu ziehen, konnte man unlängst bei der Diskussion über die Erstürmung der „free-Gaza“-Flotte sehen. Doch jetzt hat Paech sogar noch einen drauf gesetzt:

Am 4. Juli fand in Hamburg in der Luise-Schröder-Schule eine Veranstaltung zur Durchbrechung der Gaza-Blockade statt, auf der auch Norman Paech geladen war. Der Moderator wies darauf hin, dass im Herbst ein weiterer Konvoi starten soll und fragte Norman Paech, ob es legitim sei, mit Hilfe der türkischen Marine diesen Konvoi zu schützen und „im Zweifelsfall [dem] faschistischen Regime in Israel einen vor den Latz [zu knallen]„. Sobald das Publikum „faschistisches Regime“ hört, beginnt heftiger Applaus und Paech lässt es sich nicht nehmen, auch noch die Bundesmarine aufs Schlachtfeld zu holen (noch heftigerer Applaus), die den Konvoi schützen soll. (Bisher war Paech stets gegen Auslandseinsätze)

Wir sehen also, dass Paech keinerlei Hemmungen hat, Israel als faschistisch zu bezeichnen und Äußerungen zu tätigen, die einem Kriegsaufruf an Israel ähneln. Besonders erschreckend ist der riesige Jubel, der bei dieser Hetze ausbricht; Widerspruch: Fehlanzeige!

Quelle: hier klicken

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Obama, WikiLeaks und ein Soldat

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Obama sprach von Richtungswechsel: Man wollte offener und transparenter mit der Bevölkerung umgehen und überhaupt würde alles besser werden! Doch betrachtet man den Fall des Soldaten Bradley E. Manning, ist festzuhalten: transparenter ist nichts geworden…vielmehr verfolgt man Menschen, die für Transparenz kämpfen!

Was hat Manning getan? Vor etwa 2 Monaten spielte der Soldat WikiLeaks ein Video zu, was der Weltöffentlichkeit ein amerikanisches Kriegsverbrechen im Irak zeigt: Aus einem Hubschrauber werden ein Reuters-Fotograf und sein Fahrer sowie zwei Kinder von der US-Army erschossen, ohne dass die Soldaten in irgendeiner Form gefährdet waren.

Das Video erregte weltweit enorme Empörung: Zwar hört man ja immer mal wieder von Kriegsverbrechen, aber so direkt wurde ein Massaker in der tagesschau & Co. nur äußerst selten gezeigt! Mittlerweile ist Bradley E. Manning verhaftet und die US-Army will mit einer Verurteilung (Verrat von Geheimnissen, Schaden für die USA) ein Exempel an ihm statuieren (ihm drohen ca. 50 Jahre Haft). Mit Hilfe „neuer Medien“ gelangten Informationen in die Öffentlichkeit, die ansonsten in den Schubladen des Militärs geblieben wären. Jetzt sind wieder genau diese Medien gefragt. Unterstützt Bradley E. Manning

  1. auf Facebook
  2. oder auf der Unterstützer-Website
  3. und bleibt mit Twitter auf dem Laufenden!

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    weiterlesen: Online-Flashmobs, Wikileaks…die Macht des Internet ist enorm

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